Wie das Frauchen so der Hund?

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Dass man als Hundebesitzer zweifellos ein Tier auswählt das „zu einem passt“ dürfte selbstverständlich sein. Auch, dass sich der Hund nach einiger Zeit mehr und mehr an die Gegebenheiten und den Besitzer selbst anpassen wird. Doch in letzter Zeit gab es immer öfter Situationen, die mich zum Nachdenken gebracht haben, wie ähnlich Aoki und ich uns eigentlich wirklich sind.
Viele seiner Eigenarten und Charaktereigenschaften, finde ich in gleicher oder zumindest ähnlicher Form bei mir selbst und auch umgekehrt. Ich habe also begonnen, eine kleine Liste zu schreiben und musste feststellen – mein Hund und ich gleichen uns mehr als mir bewusst war!

Diese Punkte dienen wohl gleichzeitig als eine Art „Fakten über uns“-Liste, und ich teile somit auch mal ein paar Einzelheiten zu Aoki und mir mit euch.

 

Soziale Kontakte

Ich bin ein absoluter Eigenbrötler. Am liebsten arbeite ich alleine (Teamfähigkeit sucht man bei mir vergebens), meine sozialen Kompetenzen sind wenig bis gar nicht ausgeprägt, und wenn ich tagelang keine Person außer meinem Freund sehe, ist das für mich reine Glückseligkeit.
Von Menschen nur so wimmelnde Orte vermeide ich so gut es geht (wobei das leichter gesagt als getan ist, mitten in der Stadt…) und ich treffe mich viel lieber bei jemandem zuhause, als in einem vollgepackten Cafe.

Aoki ist anderen Hunden gegenüber nicht unbedingt feindselig gestimmt, und doch ist er lieber für sich und jagt, buddelt und spielt am liebsten alleine oder mit mir und meinem Freund. Habe ich anfangs noch versucht, möglichst jede Gelegenheit an Hundebegegnungen auszunutzen, so bin ich glücklicherweise schnell zu der Erkenntnis gekommen: vielleicht geht es meinem Hund wie mir, und er hat lieber seine Ruhe beim Spazierengehen.
Auch die Tatsache, dass Aoki aufgrund seiner späten Sozialisierung bis heute nicht weiß, wie man sich anderen Hunden gegenüber anständig verhält, macht ihn nicht unbedingt zum social butterfly.
Und ich kann damit sehr gut leben.

 

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Ehrgeiz im Alleingang

Wie oben erwähnt bin ich kein sehr guter Team-Mensch. Am liebsten erledige ich alles im Alleingang (auch wenn das deutlich mehr Aufwand und Zeit kostet) und entwickle dabei meist einen derartigen Ehrgeiz, nur um alles so erledigen zu können, wie ich es denn gerne hätte.
Selbstständigkeit ist für mich etwas enorm Wichtiges und ich verlasse mich nicht all zu gern auf andere, sondern nehme Dinge lieber selbst in die Hand.

Hier könnte man wohl jeden Shiba mit mir vergleichen, denn wenn diese Rasse eines auszeichnet (außer ihre Sturheit) dann ist es Selbstständigkeit. Aoki versucht in sämtlichen Situationen stets im Alleingang erfolgreich zu sein und weiß sehr genau was er will und wie er es durchsetzt.
Auch nach dem hundertsten Versuch des Apportierens wird zum Futterbeutel gelaufen, nur um dann an Ort und Stelle mit größtem Elan daran zu zerren und kauen, bis er endlich von selbst aufgeht.
Die einzige Ausnahme sind Leckerchen, die aus Versehen unter ein Regal gerollt sind. Denn selbst wenn noch genügend Platz für Pfötchen oder sogar den Kopf wäre, ist hier plötzlich Schluss mit Selbstständigkeit und es wird sich vor dem Ort des Unglücks positioniert und so lange gejammert, bis ich die Leckerlis geborgen habe.

 

Temperaturen über 20°? Nein Danke.

Es ist Herbst und ich könnte nicht glücklicher sein. Hitze und Sonne sind nämlich gar nichts für mich, und ich genieße einen nebligen Morgen und angenehm kühle Tage weitaus mehr als sommerliche Temperaturen. (Vielleicht auch weil bei Schlechtwetter weniger Leute draußen unterwegs sind… 😉 )
Ich watschle lieber in Gummistiefeln zwei Stunden durch den Regen, anstatt im Sommer untertags von einem Schattenplatz zum nächsten flüchten zu müssen.

Aoki geht es da sehr ähnlich. Gut, ich denke kein Hund ist Fan von großer Hitze, doch die meisten freuen sich immerhin über die damit verbundene Abkühlung im Wasser. Da Aoki allerdings von der Sorte „nur die Pfoten, und nur wenn es wirklich sein muss!“ ist, sind für ihn heiße Sommertage meist nur eine Qual. Wasser von oben, in Form von strömendem Herbstregen findet er zwar auch nicht so toll, aber immer noch besser als Temperaturen über 20°. Wenn dann auch einmal Schnee liegt ist sein (und auch mein) Glück perfekt.

 

Bild 2 "Wie das Frauchen so der Hund"

Bild 3 "Wie das Frauchen so der Hund"

(Ja, es ist gerade mal September und ich teile hier alte Schnee-Bilder! SO ernst meine ich es, wenn ich sage, ich habs gerne kühler.)

 

Genügsamkeit

In meinem Artikel über unseren Camping Trip durch Polen habe ich ja bereits erwähnt, dass ich mich gerne mit wenig begnüge, und lieber Wert auf meine Lebens Qualität lege (im Sinne von schönen Erlebnissen oder Ausflügen/ produktiv zu sein mit Dingen, die ich gerne mache/ Ziele zu setzen und diese nach und nach zu erreichen usw.) anstatt auf die Quantität der materiellen Dinge, die darin vorkommen.

Es legt wohl kein Hund Wert darauf, wie teuer das Bett war, auf dem er schläft oder wieviele Plüschis und Spielzeug er hat. Doch Aoki ist diesbezüglich besonders unkompliziert und unglaublich pflegeleicht. Da gibt es kein Futter-Mäkeln oder -Unverträglichkeiten, er ist nicht ängstlich und passt sich an alle Situationen schnell und gut an. Natürlich gibt es so einige Macken an ihm, die an „pflegeleicht“ weit vorbeigehen, doch im Allgemeinen ist er ein absolut unproblematischer Hund der, solange wir bei ihm sind, mit allem gut zurechtkommt.

 

Befehlsempfänger – Fehlanzeige

Ohne mich hier jetzt als selbsternannten „Rebell“ darzustellen: Befehlen anstandslos Folge zu leisten war noch nie mein Ding. Nicht etwa weil ich in meiner Teenagerphase stecken geblieben bin und gerne aufmüpfig sein möchte, sondern ganz einfach weil ich Dinge lieber auf meine Art und in meinem Tempo erledige. Ich habe kein Problem mit Deadlines, die spornen mich sogar an, aber ich suche mir eben ganz gerne selbst aus, wie ich diese bewältige. Das ist wohl auch der Hauptgrund, warum ich Selbstständig arbeite…

Dass ein Shiba alles andere als ein williger Befehlsempfänger ist, habe ich auf diesem Blog wohl schon oft genug erwähnt. Wenn etwas für die kleinen Sturköpfe keinen Sinn ergibt, oder nicht lohnenswert ist, dann wird es auch nicht gemacht. Und so sehr mich dieses Verhalten bei Aoki auch manchmal in den Wahnsinn treibt, so sehr sehe ich mich doch selbst darin 😉

 

Bild 4 "Wie das Frauchen so der Hund"

 

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5 Kommentare

  1. Total verrückt, bis auf die Sache mit den Temperaturen (denn ich liiiiebe den Sommer und mein Hund auch), bin ich ganz bei dir mit dieser Beschreibung. In manchen Punkten ist Jack anders aber ich fühle mich gerade, wie ein entfernt von dir lebender Clon. Gruselig aber gleichermaßen schön, auch mal zu lassen dass man nicht allein mit solchen „Eigenarten“ ist. 🙂

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende 😉

    1. I AM NOT A FOX sagt: Antworten

      Na das ist lustig! Schön dass es noch andere gibt, die mein (von anderen schon oft als seltsam bezeichnetes) Verhalten teilen 😉
      Ein schönes Wochenende auch an euch!

  2. Christine sagt: Antworten

    Dem kann ich mich nur anschließen. Ich entdecke bei mir viele Eigenarten, die meine Shibas auch mitbringen…oder umgekehrt? So oder so ergänzen wir uns super und sind uns einig: Meine Hunde und auch ich brauchen keinen Trubel, keine Menschen/Hundemassen, am liebsten sind wir alleine in der Natur unterwegs…..
    Einzig beim Thema Genügsamkeit kann ich nicht mithalten 😀
    Liebe Grüße

  3. Frühling und Herbst sind unsere liebsten Jahreszeiten. Mija ist auch lieber für sich als mit vielen anderen Hunden zusammen. Wenn es nur einer ist, ist noch alles okay aber mehrere Hunde stressen sie nur. So lieben wir beide auch unsere einsamen Spaziergänge im Moor, wo man kaum jemals anderen Menschen begegnet. Wir stimmen in vielen Dingen mit euch überein. Einfach toll geschrieben! Liebe Grüße aus Ostfriesland

  4. Das ist ja lustig. Ich muss leider ( oder zum Glück? ) sagen, dass ich zwischen mir und Genki oder Momo nicht wirklich Ähnlichkeiten sehe. Dafür gibt es viele Parallelen zu einer meiner Katzen und bei meinem Mann zu unserem Kater. 😉

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